Heute stand ein Ausflug nach Karatsu auf dem Plan.
Zuerst jedoch habe ich die Dusche in meinem Appartment genutzt. Eine japanische Dusche, hatte ich so noch nicht. Der ganze Duschraum (in dem auch eine Badewanne ist) darf nass werden. Sehr toll, hätte ich Zuhause auch gern.
Fertig gemacht und los, musste ich dann hetzen, da ich festgestellt habe, dass die Bahnen nicht durchgehend so günstig fahren, sondern nur morgens und abends. Und ich wollte nicht eine Stunde warten. Also auch kein Frühstück. Habe wirklich eine Punktlandung hinbekommen.
Im Zug habe ich meine Route für heute aufgestellt.
Ich habe nur ein Ticket nach Karatsu gekauft, mich aber entschieden, nach Nishi-Karatsu zu fahren. Dort konnte man aber nicht nachzahlen und musste das Ticket nur in einen Behälter werfen, anstatt es zu entwerten un rauszukommen. Jetzt bin ich in Japan also für 50cent schwarz gefahren 😱 was ja bei dem japanischen System gar nicht möglich ist.
Auf zu meinem ersten Ziel.











Die Gegend war sehr ländlich, und auch wenn die ländlichen Gegenden Japans schön sind, muss es schon Gründe haben, die einen da hin ziehen. Da die Präfektur Saga in den letzten Jahren wirtschaftlich in keine rosige Zukunft blickte, wurde ein Anime erschaffen, der als Werbung fungieren sollte – und das sehr erfolgreich. Da Karatsu von Fukuoka einfach zu erreichen war, einen grossen Teil der im Anime erschienenen Orte abdeckt (diese sind über ganz Saga verteilt), habe ich mich für Karatsu entschieden – daher Pilgerfahrt.
Leider hat aus irgendeinem Grund (ich habe aus Versehen mein Handy rebootet, ich vermute, dass es daran lag) mein mobiles Internet nicht mehr funktioniert. Das hat mir vor allem Anfangs die Stimmung versaut, mich Zeit gekostet, weil ich versucht habe, es zu reparieren, und ich konnte nicht mehr so gut planen. Zum Glück habe ich die meiste Planung schon im Zug gemacht. Vor 10 Jahren hatte ich auch kein mobiles Internet und es ging auch, auch heute habe ich den Tag meistern können. Google Maps zeigte zumindest die Karte und meinen Standpunkt an. Als nächstes – mit einem kleinen Zwischenstop bei einem Tempel, der nichts mit Zombieland Saga zu tun hatte, und ein frisch verheiratetes Paar gerade Fotos machte – ging es zum Schloss Karatsu. Mit 500 Yen Eintritt war es drinnen erstaunlich unbeeindruckend (waren eh keine Fotos erlaubt), und wer keine Treppen laufen wollte durfte nochmal 100 Yen für einen Aufzug bezahlen. Aber von aussen fand ich das Schloss schön und die Aussicht war auch nicht schlecht.








Danach ging’s durch den Rainbow Pine Grove, bei dem ich irgendwann Angst hatte, ich müsse wieder umdrehen, weil der Weg bei Google Maps in echt so aussah, als dürfen da später nur noch Autos entlang (konnte es ohne Internet ja nicht prüfen). Aber schöner und länger Wald. Das Wetter ist übrigens seit dem Schloss T-Shirt-Wetter. Und zum Glück funktionierte mein Weg, auch wenn ich kurz durch „wilden“ Wald musste. Nächster Punkt: Kagamiyama und Kaution Shopping Center. Kagamiyama und das riesige Toori unten waren beeindruckend, auf das Observationsdeck (auch ein Handlungsort) wollte ich dann doch nicht, da der Weg nach Serpentinen aussah und wohl auch besser mit Auto bewältigt wird? Ich weiss es nicht, und aus Zeit- und Höhenangstgründen habe ich es auch nicht herausgefunden (laut Google zu Fuß eine Stunde hoch).














Das Einkaufscenter war nicht sehr beeindruckend, aber klar in so einer kleinen Stadt. Wäre normal auch nicht auf meiner Liste. Hier hatte ich kurz W-Lan und wie sich im Hotel herausstellte, hätte ich hier wieder Internet haben können, hätte ich in den Hilfe-Chat geschaut, welchen ich beim letzten W-Lan starten konnte, bis die Verbindung abriss. Ich hatte mich dann damit abgefunden und wollte nicht noch mehr Zeit verschwenden, da mein Plan nicht so viel Trödeln zuließ. In so einem Dorf gibt es nicht häufig freies W-Lan. Selbst in Fukuoka gibt es das nicht an jeder Ecke.
Nun schnell zum nächsten Punkt, am Einkaufscenter konnte ich per W-Lan checken, ob die Zeit noch reicht. Die Karatsu Boot-Rennbahn. Wäre sicher schön gewesen, da auch ein Bootsrennen zu sehen, aber deswegen bin ich ja nicht hier.









Da die Zeit langsam knapp wurde bin ich strammen Schrittes zum nächsten Ziel, das Zentrum der Stadt. Dort gab es einen Souvenirladen, der demnächst zumacht. Und oft passiert es mir, dass ich ein zwei Sachen am Ende wegen der Öffnungszeiten nicht sehen kann. Aber von Weg her hat es so am meisten Sinn ergeben. Leider war fast alles schon ausverkauft (sicher nicht von heute), selbst T-Shirts gab’s nur noch in Größe M. Und die japanischen Größen fallen eh was kleiner aus (aber hey, es passt mir Grade so).












Nun noch der Bahnhof und den Super Morinaga Supermarkt (und wieder zum Bahnhof zurück), und ich habe alle Spots aus der Serie in Karatsu Just in Time (und ohne Internet) geschafft. Die Spots an anderen Städten in Saga müssen dann wohl auf meine nächste Japanreise warten. Ich würde Kyuushuu eh gern länger besuchen, das hat diesmal aber einfach nicht reingepasst mit Sapporo und Okinawa.










