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24. März – Shirakawa-go

Heute steht Shirakawa-go auf unserem Plan. Ein kleines altes Dörfchen in den Bergen, welches auch Weltkulturerbe ist. Dort gibt es so genannte Gassho-Häuser, wo die Dächer aus vielen Schichten Stroh bestehen. Vor 3 Jahren war ich schonmal dort und habe das Dorf als Geheimtipp empfunden. Die vielen Touristen beweisen jedoch das Gegenteil. Von Tokyo wäre ein Besuch in Shirakawa sehr teuer, da man mit dem Shinkansen erst in die Nähe kommen muss und dann noch mit dem Bus über einige Serpentinen fahren muss. Von Kanazawa aus sind es aber nur knapp 90 Minuten mit dem Bus, also mussten wir diese Gelegenheit wahrnehmen. Ich bin auf diese Stadt über den Anime Higurashi no Naku Koro ni gekommen, da das Setting genau dieses Dorf als Vorlage hat. Im Internet gab es damals einen guten Bericht darüber, der Fotos des Dorfes mit Screenshots aus dem Anime verglichen hat, und es war echt fast 1:1 identisch. Mira hat von diesem Dorf gehört, weil es in Kanazawa eine bekannte Sehenswürdigkeit ist. Während es in Kanazawa zwar im Moment auch noch kalt ist (12-20°), hat es in Shirakawa geschneit, als wir ankamen. Leider blieb der Schnee kaum liegen, das wäre sicher noch schöner geworden. Wir sind ein bisschen durch das Dorf gewandert, dann über diese schlimme Brücke an Rand des Dorfes, unter der leider aufgrund Bauarbeiten kaum Wasser floß, mit der Überlegung ins Freilichtmuseum zu gehen.

Zuerst wollten wir aber zum Staudamm, den Mira bei einem ihrer Besuche entdeckt hat. Der Weg dorthin war schon gruselig. Durch einen Tunnel, über eine Brücke, an Gebäuden vorbei, die aussahen, als hätte sie lang niemand mehr genutzt – was wahrscheinlich auch der Fall war. Irgendwann sind wir am Staudamm angekommen, bei dem im Moment nur ganz wenig Wasser rauskam (Was das wenige Wasser beim Fluß im Dorf erklärt).  So konnten wir recht weit nach vorne laufen – der Weg war schwer, aber es hat sich gelohnt, es war sehr beeindruckend. Als wir dort standen, fing  es auch wieder an zu schneien (es hatte davor irgendwann aufgehört), und wir sind langsam wieder zurück. Zwischen den Steinen waren auch komische schwarze Steine, welche beim drauftreten zerbröckelt sind. Eine Theorie war, das dort Blitze eingeschlagen sind?

Der Schnee wurde immer stärker, und bei dem Wetter wollten wir dann nicht ins Freilichtmuseum, da andere auf dem Weg dorthin schnell wieder zurückkamen, konnte es auch gut sein, dass es eh zu hatte. Also sind wir weiter durch das Dorf spazieren gegangen. Haben uns ein anderes kleines Museum angeguckt, das aber eher langweilig war, und im Souvenirladen Shirakawa-Bier und Sake gekauft. Außerdem haben wir den Tempel besucht, der als Pilgerstätte für Fans des oben genannten Anime dient. Das Museum daneben wurde 2019 geschlossen und auch der Tempel war leicht abgedeckt. so konnte man auch keine neuen Plättchen kaufen und aufhängen, schade. Wenigstens nicht wegen Corona.

Da der letzte Bus um 4 fuhr (und wir um 11 erst in dem Dorf waren) wollten wir die letzten 90 Minuten in einem der zwei Restaurants essen gehen. Mira hatte eh davon geschwärmt. Leider haben beide Restaurants um 14Uhr schon zu gemacht. Das war etwas enttäuschend, dafür haben wir uns entschieden, ins Onsen zu gehen, was sich definitiv gelohnt hat. Onsen sind wie große Bäder mit entspannendem und heißem Quellwasser. Dieses hatte auch einen Außenbereich, wo man in heißem Wasser sitzt und dem Schnee beim fallen zuschauen konnte. Das war Wahnsinn. Sonst kommt man auf Reisen nicht so sehr ins Gespräch, aber hier habe ich mich nett mit einem Japaner und einem Mexikaner unterhalten. Auch Mira, im Frauenbereich, hatte sich mit einer Chinesin, Japanerin und einer Israelin gut unterhalten. Und sie kam ohne Probleme rein, trotz ihrer Tattoos. Tattoos sind in japanischen Onsen eigentlich verboten, da sie mit Kriminellen in Verbindung gebracht werden. Beim Verlassen des Bades war mir durch die Hitze echt ein wenig schwindelig.

Dann war’s auch Zeit für die Heimreise, am Bahnhof Kanazawa haben wir für den Reinfall wegen Essen im Einkaufszentrum Ramen geholt. Meiner Meinung nach eines der besten auf dieser Reise, ironischerweise hatten wir bei der Ankunft in Kanazawa im Bahnhof Ramen gegessen, welches das schlechteste auf der Reise war. Danach haben wir uns noch einen Crepe gegönnt und Popcorn mit Soja für Zuhause geholt, welches verdammt lecker ist!

Ein sehr schöner Tag, hinzu kommt, dass ich heute einen neuen Rückflug erhalten hatte. Nachdem meine Flüge storniert wurden, hatte ich mich beim Auswärtigen Amt auf die Liste eingetragen, dass ich einen Flug zu speziellen Konditionen haben möchte. Kostete leider 800€, aber welche Wahl bleibt. Die Rückholaktion die derzeit stattfindet, gilt nicht für Japan, da noch kommerzielle Fliegen fliegen, aber diese kosten 3000€ aufwärts. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, das mein Flug wirklich fliegt, aber immerhin wurde sich schnell darum gekümmert.

21. März bis 23. März – Kanazawa

Da wir wie erwähnt die Tage etwas ruhiger angingen und uns um meinen Flug kümmern mussten, fasse ich diese Tage zusammen. Am Samstag haben wir Sightseeing in Kanazawa gemacht. An diesem Tag hat der japanische Premierminister Abe Shinzou verkündet, dass Corona in Japan besiegt sei und alles wieder öffnet. Wir stehen dem skeptisch gegenüber, auch mit Hinblick auf die Olympiade, aber besonders ärgerlich ist, dass wir auf einige Sachen verzichten mussten, bei denen wir geplant haben, nach der Öffnung am 15. hinzugehen, die aber logischerweise auf unbestimmte Zeit länger geschlossen wurden, die jetzt plötzlich wieder aufmachen. Zwei Tage früher und wir hätten unseren Plan ein bisschen besser weiterverfolgen können. Auf jeden Fall war der Kenrokuen, angeblich einer der drei schönsten Gärten Japans, so überfüllt, wie man es sonst in Japan kennt. Schön war er trotzdem, und Mira wohnt nur einen halben Kilometer entfernt davon! Das Wetter war an diesem Tag auch eines der schönsten in den letzten zwei Wochen.

Danach haben wir uns das Schloss von Kanazawa angeschaut. Von außen sehr beeindruckend, von innen nicht so spannend gewesen, eher wie ein Museum über die Konstruktion des Gebäudes.

Danach sind wir über einen kleinen Park direkt am Schloss und an ein paar Tempeln vorbei in die Innenstadt gelaufen und haben dort ein sehr leckeres Tonkatsu-Curry gegessen.

Auf dem Rückweg sind wir erst kurz ins Samuraiviertel, was genauer gesagt eine Straße ist, wo wohl noch alte Samuraifamilien wohnen und dann noch an einem Schrein vorbei, der viele kleine Toori hatte.

Am Sonntag haben wir viel Zeit in Miras Wohnung verbracht, wir hatten auch einen weiteren Downer da mein Flug mittlerweile komplett gecancelt war. Wir sind dann Nachmittags in einen Daiso, sowas wie ein 1€ Laden gegangen, der echt nette Sachen für das Geld hatte – wir haben aber hauptsächlich Verpackungsmaterialien für unser Zeug geholt, da wir und vor allem Mira ein paar Sachen per Post nach Hause schicken müssen. Da Miras Auslandsjahr von Corona stark bedroht ist, hielten wir es für sinnvoll, einen Teil schonmal zum Versenden vorzubereiten. Von dort aus sind wir dann nochmal Yakiniku essen gefahren.

Montags waren wir wieder aktiver, wenn auch nicht viel. Wir sind einige Straßen in Miras Umfeld spazieren gegangen, haben uns das Geishaviertel angeschaut, in dem es auch einen Tempel mit zwei Ninjapuppen gab, und dann zum Bahnhof gelaufen, in dessen Einkaufszentrum wir sehr leckeres Okonomiyaki gegessen haben. Ich hatte einen Krebs in meinem, den man einfach so essen konnte, komplett.

Wir sind diesmal früh ins Bett, da wir für den nächsten Tag wieder einen Ausflug geplant hatten.

20. März – Kanazawa

Da in Europa wegen Corona langsam alles durchdreht, wurde auch eine Teilstrecke meines Rückfluges mittlerweile gecancelt. Bei einem Freund, der zwei Tage zuvor eigentlich auch nach Japan wollte um Urlaub zu machen, wurde einen halben Tag zuvor der Flug storniert. So langsam wurde Corona zu einem immer größeren Problem für uns. Wir wollten auch erst nach Fukuoka, bevor wir nach Kanazawa fahren, mussten aber wegen Corona umplanen. Auch wollten wir nicht so lang in Kanazawa bleiben, wie wir es jetzt tun. Corona schneidet also leider immer mehr in unseren Urlaub ein. Auch für Mira entstanden Probleme, die meisten anderen Auslandsstudenten wurden zurückgerufen, nur unsere Uni dreht Däumchen. Die Rückholaktionen von Deutschland gelten allerdings nicht für uns, da Japan im Moment ja kein Krisengebiet ist. So sind wir die folgenden Tage etwas ruhiger angegangen, und haben uns viel mit Problemlösung beschäftigt. Außerdem haben wir ein ausgiebiges Mittagsschläfchen gehalten, weil die letzten zwei Wochen an sich einfach doch sehr anstrengend waren (allein schon durchschnittlich 10km am Tag gelaufen). Abends sind wir dann Yakiniku all you can eat mit Güven, einem anderen Student aus Düsseldorf, der gleichzeitig mit Mira sein Auslandsjahr hat und eine Etage unter Mira wohnt, gegangen. Dort konnte man alles mögliche an Fleisch bestellen und selber grillen – soviel man will in knapp eineinhalb Stunden, für umgerechnet nichtmal 20€. Normalerweise kostet das mehr, aber eventuell wegen der Uninähe ist dieser Laden so billig. Auf jeden Fall hat er sich sehr gelohnt und scheint auch immer gut besucht zu sein. Danach haben wir uns noch zu dritt zusammengesetzt um über das Coronaproblem zu reden, allerdings wurde daraus dann eher ein netter Abend mit vielen anderen Themen. Man kann ja nicht nur über diesen Mist reden.

19. März – noch ein bisschen Hiroshima und die Reise nach Kanazawa

Um 10 Uhr mussten wir schon auschecken, aber nachdem Mira das japanische Wort für das Gepäck noch im Hotel lassen gelernt hatte, haben wir das Gepäck dort stehen lassen und sind noch ein bisschen durch Hiroshima gewandert. Wir wollten bei Ichiro Mittagessen, aber es war uns nicht vergönnt. Laut Plan hätte er offen sein sollen, er war aber zu. Also sind wir umhergelaufen und haben überlegt was wir sonst essen. Die Gegend war nicht so geeignet dafür, das meiste hatte zu, oder war nicht ansprechend. Wir haben uns entschieden einen Crepe in der Einkaufspassage zu essen.

Leider war daneben wieder die Spielhalle. Mit Miras Trick nach ein paar Versuchen den Staff anzusprechen haben wir wieder ein paar günstige Schnapper machen können. Leider wurde unser Gepäck dadurch wieder größer. Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir doch noch einen Ramenladen gefunden, in dem wir zu Mittag aßen, dann ging es auf zum Bahnhof und ca. 4 Stunden mit Shinkansen und Thunderbird (könnte man mit ICE und IC vergleichen) nach Kanazawa, wo Miras Wohnung auf uns wartete.

18. März – Iwakuni

Heute haben wir einen Kurztrip nach Iwakuni geplant, welches für seine Brücke bekannt ist, die Mira sehen wollte. Ich kannte die Stadt nicht und ließ mich überraschen. Leider hab ich im Internet die Beschreibung des Schlosses ‚on a mountain top‘ überlesen. Tja, als wir das festgestellt hatten, war ein Punkt weniger auf der Tagesplanung. Die Brücke war aber wirklich interessant und es war eine schöne Flusslandschaft.

Lustigerweise kostete das Überqueren der Brücke Geld. Einmal für beide Wege. Hinter der Brücke war ein großer Park mit mehreren kleinen Gärten, einem Friedhof, Museen, und der Seilbahn auf den Berg hinauf. Am Eingang des Gartens waren 3 Softeisstände am Stück. Einer betitelte sich als bester Softeisladen Japans und hatte gefühlt 100 Sorten. Wir sind ein bisschen durch den Park spazieren gegangen, der stellenweise echt schön war, sind in das weiße Schlangenmuseum gegangen, welches aus einem Raum mit Terrarium und ein paar Infos bestand, das andere Museum hatte wegen Corona leider zu. Die Gärten waren offen, aber sehr klein und enttäuschend.

Viel mehr gibt es auch garnicht zu berichten, die Fotos tun ihr übrigens, wir hatten im Endeffekt einen langen Spaziergang gemacht. Vor der Brücke haben wir uns ein Softeis geholt.

Als wir zur Brücke zurückkehrten, stellten wir fest, dass der Verkaufsschalter geschlossen war, und man nun die Brücke umsonst überqueren konnte. Nun gut, jetzt haben wir noch ein Ticket, um die Brücke zu überqueren, falls wir jemals wieder dort hinfahren sollten.

17.März – Hiroshima/Miyajima

Heute haben wir uns entschieden, auf die Insel Miyajima in der Nähe von Hiroshima zu fahren. Diese Insel ist bekannt für ihr Toori, welches bei Flut im Wasser steht. Ich bin unter anderem durch den Manga Narutaru darauf aufmerksam geworden, aber wenn man sich umhört, was man in Hiroshima so machen kann, ist dies eh eine der Empfehlungen. Leider ist dieses Toori von Touristen so abgenutzt worden, dass anscheinend eine Rumdumerneuerung und damit ein komplettes Verpacken in Gerüsten notwendig war – somit war die Hauptattraktion für uns nur eine komplette Baustelle. Trotzdem hat sich die Insel gelohnt, auch wenn wir wohl irgendwann, wenn die Baustelle weg ist, wieder dorthin müssen. Sie ist auch bekannt für ihre freilaufenden Rehe. Diese sind zwar nicht so viele und auch nicht so zutraulich wie in Nara, aber lassen sich trotzdem streicheln, und man muss aber mit seinem Essen aufpassen. Direkt am Hafen gab es auch ein Softeis mit Rehkacke, was aber nur Schokocornflakes waren.

Weiter den Weg entlang sind wir an einen Strand gekommen, an dem Mira mit vollem Körpereinsatz die Rehe fotografiert hat. Runter vom Strand war Miras Eyeliner total verschmiert. In solchen Situationen benutzt man ja sein Handy gern als Spiegel. Dieses konnte Mira allerdings nicht finden. In Panik sind wir zu der Stelle geeilt, wo Mira sich auf den Sand gelegen hat, und puuuuuh, da lag es noch. Das waren 3 unangenehme Minuten. Am Toori angelangt, sind wir in den Itsukushima-Schrein gegangen, bei dem bei Flut der Boden darunter auch nicht zu sehen ist. Der Schrein war groß und interessant, und eigentlich hätte man von ihm die perfekte Aussicht auf das Toori. Es war übrigens auch sehr windig, so dass manche von den Gebetsplättchen von ihrer Halterung runtergeweht wurden.

Später haben wir abseits von den Hauptwegen ein paar Rehe entdeckt, die aber tatsächlich menschenscheu waren. Trotzdem haben wir dort kurz gerastet und einfach beobachtet. Wir haben dann noch die restlichen Pagoden und Tempel besucht, wobei ich bei einer Pagode aussetzen musste, weil mir der steile Weg nicht geheuer war. Auf dieser Insel gibt es auch Wanderwege, mit denen man bis auf den höchsten Berg der Insel kommt, alternativ eine Seilbahn. Haben wir beides nicht nutzen wollen. So entging und leider auch ein Park, aber dafür könnten wir noch ein anderes Tempelgelände mit mehreren Tempeln und vielen Statuen begutachten, das leicht in den Berg hineingebaut war. Sehr beeindruckend. Da der Weg dorthin von unserem Hotel, und dadurch auch der Rückweg gut eineinhalb Stunden in Anspruch nahm, haben wir für unsere Verhältnisse früh entschieden, langsam den Heimweg anzutreten. Aber wie das in Japans Touristenspots so ist, hat gegen 5 eh das meiste so langsam geschlossen. Ich habe dann noch an einem Stand Recht teure Muscheln probiert, die ihren Preis aber verdient haben, sie waren echt lecker.

Abends sind wir nochmal Okonomiyaki essen gegangen, leider nicht bei Ichiro, der hatte zu, das haben wir leider übersehen. Das andere Okonomiyaki war auch gut, aber in dem Restaurant durfte man noch rauchen, was ab April abgeschafft wird. Das Mädel neben uns hat leider viel geraucht, was vor allem für Mira doof war.

16. März – Hiroshima

Wir haben vor, mehrere Tage in Hiroshima zu verbringen, ähnlich wie in Osaka aber in die umliegenden Gegenden zu fahren. Der erste Tag soll Hiroshima selbst gewidmet sein. In Hiroshima ist im zweiten Weltkrieg eine Atombombe abgeworfen worden, weshalb die Stadt fast ganz ausgelöscht wurde. Mehr oder weniger alles wurde neu erbaut, es gibt noch den Genbaku Domu, das Friedensdenkmal, der an dieses tragische Ereignis erinnern soll. Auch das Schloss wurde komplett zerstört, allerdings nachgebaut. Dass das Schloss aufgrund Corona zu hatte, war zwar schade, uns aber bewusst. 2016 hatte ich einen Tag in Hiroshima verbracht, wo ich sowohl das Denkmal, das Schloss als auch einen bekannten Garten besucht hatte. Dieser Garten gehört neben Nara zu meinen Lieblingen der japanischen Gärten (japanische Gärten sind teilweise echt wunderschön). Als wir uns morgens auf den Weg zu dem Garten machten, der praktischerweise keinen Kilometer von unserem Hotel entfernt war, mussten wir erschreckender Weise feststellen, dass selbst dieser Garten aufgrund EINES! Falles in Hiroshima seine Pforten dicht gemacht hat. Haben wir bei der Internetrecherche etwas übersehen? Das wurde sofort nachgeprüft – und nein, es fand wohl niemand für notwendig, die Leute zu informieren, dass auch der Garten geschlossen hat. Ein schwerer Schlag, da ich mich sehr gefreut hatte, Mira diesen tollen Garten zu zeigen.

Wir sind dann weiter zum Schloss gezogen, um uns den Vorplatz anzuschauen, immerhin war das Schloss selber nichts besonderes und ähnelt meiner Meinung stark dem in Okayama, was wir vor kurzem besucht hatten. Von dort aus sind wir ein bisschen durch die Innenstadt gelaufen, mit einem kurzen Zwischenstop an einem Souvenirladen und an irgendeinem komischen Gebäude, weil wir uns wegen plötzlich auftretender Regenschauer unterstellten mussten. Als wir endlich weiterziehen konnten, sind wir endlich am Genbaku Domu angelangt, welches einem schon ein schlechtes Gefühl gab. Das Gebäude, beziehungsweise, was davon stand, macht einen sehr nachdenklich. Aber Hiroshima hat dahinter einen ganzen Park, der den Opfern der Bombe gewidmet war, errichtet. Falls jemandem die Geschichte der Kraniche, die für das Mädchen, die an den Folgen der Bombe starb bekannt ist, hier wird man auf harte Weise damit konfrontiert.

Das entsprechende Museum konnten wir natürlich nicht besuchen, aber der Park hat mit vielen dieser Denkmale eine Spur hinterlassen, die man nicht einfach so im Vorbeigehen akzeptiert. So traurig und bitter diese Anblicke auch sind, haben wir danach die naheliegende Einkaufsstraße besucht, in der wir einen für Besucher dieser Stadt verlockende Crepes gegessen haben, wir sind auch in eine Spielhalle von Sega gegangen, in der wir unser Glück versucht haben. Mira wollte einen Pikachu herausziehen, nach ein paar hundert Yen haben wir aber aufgegeben. Danach haben wir beoachten können, wie zwei Mädels ihr Glück versucht haben, und gerade als wir den Laden verlassen wollten, gewinnt das Pärchen das Pikachu. Jetzt wird es merkwürdig, denn das Mädel ging festen Schrittes auf Mira zu und schenkte ihr diesen. Wir haben nicht genau verstanden, was sie sagte, uns aber hat es sehr gefreut. Danach, positiv bestärkt haben wir unser Glück bei einer sehr großen Rillakuma-Puppe versucht. Hier wurden wir nach einigen Fehlschlägen von einem Mitarbeiter unterstützt und konnten auch diese tatsächlich gewinnen. 1 Versuch (aka 100 Yen) hatten wir frei und durften und aussuchen wofür wir diese nutzen sollten. Miras Wahl fiel auf ein Flemmli, welches aussah, als wäre es einfach zu bekommen. Ich versuchte mein Glück, und siehe da, mit einem Versuch! haben wir das dritte Plüschie ergattern können. Meiner Meinung nach verliert man in solchen Spielhallen nur Geld, aber das war ein Gewinn auf ganzer Linie! Total verwundert und glücklich sind wir noch essen und dann ins Hotel gegangen.

15. März – Onomichi

Wieder früh auf den Beinen sind wir von Okayama losgezogen, um einen Zwischenstop in Onomichi zu machen, um abends weiter nach Hiroshima in unser nächstes Hotel zu fahren.

Diesen Tag teilen wir in zwei Parts auf, da unsere Eindrücke sehr unterschiedlich waren. (Im Endeffekt waren sie’s dann aber doch nicht :D)

Martins Part

Onomichi ist ein kleines Dörfchen in der Nähe von Hiroshima, welches direkt am Wasser liegt und viele Berge hat. Dort gibt es einen Weg, den Temple Walk, der 25 Tempel umfasst, und das sind nicht alle Tempel dieser Stadt. Ausserdem soll die Stadt für ihre vielen Katzen berühmt sein, was ein Grund unseres Besuches dort ist. Man merkte der Stadt aber auch an – unter anderem durch die vielen leerstehenden Häuser – dass sie für junge Japaner eher uninteressant zu sein scheint, und sich nicht mehr groß weiterentwickelt. Vom Bahnhof aus konnte man einiges an Hafenindustrie sehen. Bei der Begutachtung des Städtchens im Internet habe ich mir nicht viel dabei gedacht, als ich die besiedelten Berge vom Bahnhof aus gesehen habe, wurde mir aber doch leicht anders. Ich nervte Mira eine ganze Weile damit, dass ich umdrehen würde, falls es mir zu viel wird, aber der Anfang unserer Reise verlief gemütlich, hier und da ein paar steile Anhänge, aber alles im Bereich des Machbaren. Die erste Katze begegnete uns auch fast unmittelbar. Die Wege und Treppen waren alle sehr klein und verschachtelt, und es war ein bisschen schwer, sich zu orientieren, aber irgendwann, nahdem wir an einer sehr heruntergekommenen Schule, bei der ich immernoch der Meinung bin, dass sie auch vor Corona schon ihren Betrieb eingestellt hat, vorbeigekommen sind, fanden wir den Tempelweg.

Als wir die zweite Karte entdeckten, die vor einem Haus saß, hörten wir aus dem Haus eine Stimme, die uns hereinbat. Im Inneren erwartete uns im Wahrsten Sinne des Wortes eine Katzenlady, die dort einen kleinen Shop hatte, in dem sie selbst handgefertigte Figuren von Katzen aller möglicher Art verkaufte. Die Frau selber war sehr freundlich und wir redeten eine Weile lang mit ihr, sie konnte sogar bruchstückhaft deutsch. Mehrere Leute gingen allerdings auch ohne großes Interesse an dem Shop vorbei, in so einer Seitenstraße auf dem Berg ist so ein Shop sicher nicht einfach. Ausserdem kümmert sie sich um einige Streunerkatzen. Nachdem Mira auch eine Figur gekauft hatte, sind wir weitergezogen, um an einem nahegelegenen Rastplatz mit schöner Aussicht mehrere Katzen, darunter sogar eine sehr gepflegte Perserkatze zu entdecken. Dort verbrachten wir einige Zeit und spielten auch mit den
Katzen, wobei immer wieder neue Katzen kamen.

Katzen waren in dieser Stadt also echt viele vorhanden. Auch dir Katzenlady von vorhin kam kurz vorbei und hat uns gegrüßt. Als wir uns endlich losreißen konnten, sind wir zu einer kleinen (wirklich kleinen) Bäckerei namens nekonotepan gegangen, was übersetzt soviel wie Katzentatzenbrot heisst. über diese hatte Mira schon im Internet gelesen. Wir haben ein paar Sachen probiert und besonders das Käsebrötchen war echt lecker. Hier ist zu sagen, das Japaner einfach kein Brot machen können. Die einzigen Backwaren sind alle sehr weich und meiner Meinung nach nicht lecker. Die Backwaren aus dem Laden waren mit unseren deutschen Backwaren zu vergleichen, gutes leckeres Brot mit Kruste, wo man auch ein bisschen beißen muss! Ich bin unser Brot zwar noch gewohnt, aber für Mira muss das echt toll gewesen sein. Die Bäckerei war trotz ihrer kleinen Größe auch sehr beliebt. Vor allem lag sie nicht offensichtlich am Weg, trotzdem mussten wir eine Weile warten bis wir drankamen. Auf unserem Weg sind wir natürlich auch an ein paar Schreinen vorbeigekommen, diese waren alle nett, aber nicht besonders erwähnenswert. Auffälliger fand ich das wir an fast genauso vielen Friedhöfen vorbeikamen. Da das Wetter nicht so gut war und diese Höhenmeter auf Dauer auch anstrengend wurden, wollten wir noch den nächsten Schrein besuchen und dann langsam umkehren. Hier erwartete uns aber erstmal eine ganze Menge Treppen, die steil hochgingen.

Diese liefen wir hoch, an einem Museum, Onomichi Literature Museum vorbei, welches aber uninteressant aussah und dann wieder an einer ganzen Menge Katzen. Während unser Weg bis dorthin kaum andere Menschen beinhaltete, fanden sich an diesem Weg recht viele Menschen. Wir wir aber feststellten führen an der Spitze des Berges an dieser Stelle aber auch Seilbahnen, was die Menschenmengen wahrscheinlich erklärt. Mit dem Ziel, noch einen Schrein zu sehen sind wir diese Treppen immer weiter hochgelaufen ohne zu merken, wie hoch wir gelaufen sind. Irgendwann als wir eine Pagode erreicht haben, wo auch wieder mehrere Katzen zu betrachten waren, merkte ich, das wir doch etwas zu hoch für meinen Geschmack waren. Der Anblick war zwar sicher wunderschön, aber nur bei dem offenen Blick über die Stadt fing sich mein Magen an zu drehen.

Mira schien das alles wie immer nichts auszumachen, sie machte vom Rand aus weiter schön Fotos. Ich selber musste mich beruhigen und die vor mir liegende Steinwand betrachten, damit es nicht noch schlimmer wurde. Da es bis zum nächsten Tempel noch ein ganzes Stück mehr Treppen war, und dort wohl auch der Zielpunkt der Seilbahn war, Mira auch nicht mehr so weit wandern wollte – immerhin war das ständige Bergauflaufen anstrengend – und mich auch nicht allein lassen wollte, entschieden wir uns umzudrehen. Wir haben zuerst einen Weg genommen, der sicherer als die Unmengen Treppen zu sein schien, mussten nach ein paar Minuten aber umdrehen, da dieser Weg noch schlimmer für mich wurde. Langsam die Unmengen an Treppen am Geländer heruntersteigend haben wir irgendwann endlich wieder sicheren Boden erreicht und sind einen großen Teil des Weges erst einmal an der Hauptstrasse entlang gegangen. Zum Schluss haben wir uns entschieden nochmal kurz zur Bäckerei und den ersten Rastplatz zu gehen, um uns dann auf den Weg zum Bahnhof zu machen, zum Glück, denn es wurde sehr schnell sehr windig und regnerisch.

Miras Part

Heute sind wir nach Onomichi gefahren. Ich kam auf die Stadt, weil eine Kommilitonin gerade ihre Bachelorarbeit darüber schreibt. Vorher hatte ich noch nie etwas von der Stadt gehört. Onomichi ist auch bekannt als Katzenstadt, denn dort gibt es einen fast 3km langen Tempelweg, an dem sich an jeder Ecke jede Menge Streuner tummeln. Ein Traum für mich als absoluten Katzenliebhaber. Onomichi ist eine Hafenstadt, jedoch mit sehr vielen und hohen Bergen.

Das Flachland der Stadt ist so klein, dass man die Stadt und Tempelanlagen einfach in die Berge gebaut hat. Dementsprechend anstrengend war der Tag. Aber ich liebe Höhen und wandere sehr gerne. Onomichi ist eine Stadt mit sehr vielen Geisterhäusern, von denen es in Japan unzählbar viele gibt, da verlassene Häuser hier nicht abgerissen werden sondern einfach verwahrlosen. Ich finde das total beeindruckend und spannend.

Die Infrastruktur ist höchstwahrscheinlich noch aus der Vorkriegszeit, dementsprechend uneben und kaputt sind die Wege, außerdem sind die Wege noch sehr eng, so dass es an vielen Stellen wirklich serpentinenartig aussieht.

Ich finde das sehr cool, weil alles irgendwie einen Abenteuercharakter und seinen ganz eigenen, besonderen Charme hat. Am Anfang des Weges haben wir ein Schild entdeckt, welches mit ganz vielen Katzenfigürchen verziert war. Als wir ein Foto davon gemacht haben wurden wir auch schon von einer Stimme zum reinkommen gerufen. Als wir dann um die Ecke schauten haben wir gesehen, dass da ein kleiner Laden war der eher einem Wohnhaus ähnelte. Highlight war ein Streuner der aussah wie Garfield und die Eingangstür bewachte. Im Laden hat uns dann eine ganz liebe Japanerin begrüßt, die für japanische Verhältnisse wirklich sehr gutes Englisch sprach. Besagte Japanerin ist eine noch größere Katzenlady als ich und hätte absolutes Potenzial, meine beste Freundin zu werden. Spaß, aber Social Media haben wir zumindest ausgetauscht. Sie verkauft in ihrem Laden handgemachte Katzenfiguren, wovon ich mir auch eine kleine mitgenommen habe. Außerdem kümmert sie sich mehrmals am Tag um die Streuner, das ist auch der Grund wieso so viele zu ihr in den Laden kommen. Wir sind ihr später noch drei mal versehentlich begegnet! Schaut gerne mal bei ihr vorbei: www.instagram.com/michikomasuyama . Hinter ihrem Laden ging der Katzenwahnsinn dann auch schon richtig los, wir haben unzählbar viele Katzen getroffen die sich allesamt haben streicheln lassen. Ich muss sagen, ich hatte zuvor die Befürchtung, wir würden heute nur auf kranke und ausgehungerte Inzestkatzen treffen, wie es in den meisten Katzenorten in Japan der Fall ist. Kleiner Exkurs: In Japan ist es Trend sich in sogenannten Pet-Shops für extrem viel Geld Kitten zu kaufen, die dann meist nach einem Jahr wenn sie voll ausgewachsen und somit „nicht mehr süß“ sind unsterilisiert und unkastriert ausgesetzt werden. Und das geschieht meistens an Sammelplätzen. Das ist auch der Grund, wieso Japan unzählige Katzeninseln hat, wo hunderte Katzen leben die sich unkontrolliert vermehren. Doch hier, in Onomichi, konnte man dieses Leid nicht sehen. Die meisten Katzen waren recht dick, hatten glänzendes Fell und waren vital. Außerdem waren alle Mädels sterilisiert, was man an den sogenannten „Sakura-Öhrchen“ erkennt, also ein kleiner ausgestanzter Knick im Ohr. Menschen wie der Katzenlady aus dem Laden ist das auf jeden Fall zu verdanken.

Als wir weitergezogen sind haben wir irgendwann eine kleine  versteckte Bäckerei entdeckt. Wirklich mitten im Nirgendwo. Dort haben wir uns dann einen kleinen Snack mitgenommen und schnell festgestellt, dass wir später nochmal wiederkommen müssen, weil die Brötchen so lecker waren. Als wir dann irgendwann an eine Weggabelung kamen und wir einer Katze die Treppen hinauf gefolgt sind, sind wir für Martins Geschmack irgendwann zu weit oben gewesen und er wollte unbedingt so schnell wie möglich wieder runter. Was allerdings nicht so einfach war, ich dachte ehrlich gesagt, er muss sich da oben ein neues Leben bei den Katzen aufbauen. Die Aussicht über die Stadt war von diesem Punkt wirklich der absolute Wahnsinn. 100 Meter über dem Meeresspiegel.

Irgendwie haben wir es aber dann doch gemeinsam hinunter geschafft, nur um dann wieder halb hinauf zu laufen, weil wir nochmal zu dem ersten Katzenplatz und der Bäckerei wollten. Als wir das gemacht haben, sind wir gemütlich hinunter zum Bahnhof gelaufen und nach Hiroshima gefahren. 

Abend in Hiroshima

In Hiroshima angekommen, haben wir im Hotel eingecheckt und sind abends noch essen gegangen. Wir haben uns für Hiroshima-Okonomiyaki entschieden, man kann es sich wahrscheinlich denken, eine Spezialität von Hiroshima. In unserer Gegend hatte nicht mehr viel auf, aber wir fanden recht schnell einen Laden namens Ichiro, der zu der späten Uhrzeit gerade keine Gäste hatte, Der Tisch besteht aus einer riesigen Metallplatte in dem das Essen vor unseren Augen zubereitet wurde. Der Koch war sehr freundlich und hat versucht Small-Talk mit uns zu führen. Er hat sich auch für uns interessiert und woher wir kamen, und wir stellten fest, dass er ein Fan der härteren Musik, Metal, so wie wir waren. Es war eigentlich auch an der Musik, die im Hintergrund lief zu erkennen, oder an den Autogrammen an der Wand, unter anderem von Arch Enemy. Mehr noch, er spielt sogar in einer japanischen Death Metal Band – Baked Bomb – nicht die bekannteste, aber hey, das war schon cool. Seine Haare hatte er natürlich zu einem Zopf gebunden, aber er zeigte uns ein Video, und ich glaube seine Haare sind länger als meine. Achja, das Essen war auch super lecker. So hatten wir einen echt lustigen Abschluss des Tages.

14. März – Okayama

Einen Tag Zeit haben wir für Okayama eingeplant. Okayama ist unter anderem die Stadt, aus der die Legende von Momotaro, dem Jungen aus dem Pfirsich stammt, was man an einigen Ecken auch gemerkt hat. Am Vorabend haben wir die Stadt bei Nacht gesehen, welche einen schönen aber auch leicht gefährlichen Eindruck gemacht hatte – unser Hotel und der Bahnhof waren von einer Partymeile getrennt. Als wir morgens loszogen, wirkte die Stadt um so ruhiger. Okayama hat nicht so viel Sehenswürdigkeiten, weshalb wir alles etwas ruhiger angehen konnten. Darum haben wir uns auf dem Weg zum Schloss auch erst einmal durch Quatschen ein wenig verlaufen, wodurch wir einen Umweg an dem Fluss in Okayama machen konnten. Kurz vor dem Schloss fing es leider wieder an zu regnen, was uns bei der Besichtigung des Schlosses aber nicht störte.

Es erinnerte mich sehr an das in Hiroshima, welches wir die Tage auch besuchen wollten (was aber leider durch Corona geschlossen hat..), war aber nichts besonderes. Nach dem Schloss mussten wir den Fluss mittels einer kleinen Brücke überqueren, was für mich eine ganz schöne Herausforderung war. Direkt dahinter war ein gemütliches kleines Familienrestaurant, und da es wieder anfing zu regnen, haben wir uns entschieden, dort zu Mittag zu Essen. Dort habe ich mein erstes richtiges Curry probiert – im letzten Urlaub waren es meist andere Gerichte mit einer Currysoße – und es war richtig lecker.

Das mag aber auch an dem liebevollen kleinen Betrieb liegen, der sich echt Mühe mit dem Essen gibt. War auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Einige Zeit später hörte auch der Regen auf und wir haben uns den Garten von Okayama angeschaut, der angeblich einer der drei schönsten Gärten Japans sein soll. Das glaube ich sofort, denn er war schon irgendwie beeindruckend, nur waren wir wohl zur falschen Zeit da, weil er stellenweise sehr trist aussah. Er hatte auch einen riesigen Bereich mit Kirschblütenbäumen, die aber leider erst in 1-2 Wochen blühen.

Hinter dem Garten war noch ein Museum, das wir besuchten – der Schwerpunkt lag auf dem Handwerk, für das Okayama bekannt sein soll – Töpferei und Waffenschmiede; es war ganz nett, für meinen Geschmackvoll aber zu wenig über die Schwerter und zu viel über Töpferei, da die ganzen Behältnisse auf Dauer etwas repitiv wirkten.

Zurück sind wir mit dem Katzenbus gefahren, auch eine Eigenheit Okayamas, der ca. jeden dritten normalen Bus ersetzt. Eines von Miras Highlights des Tages.

Am Hauptbahnhof sind wir noch etwas bummeln gegangen – im Don Quijote, der in jeder größeren Stadt vorhanden ist, kann man schnell 1-2 Stunden verbringen, die haben gefühlt alles, auch Sachen die wirklich niemand braucht. Da im Umfeld unseres Hotels Restaurants eher knapp sind, haben wir uns im Kombini Okonomiyaki geholt und im Hotel gegessen.

13. März – Himeji

Früh mit unserem ganzen Gepäck haben wir uns heute auf den Weg nach Himeji gemacht. Wir sind in Kyoto vom Hotel zum Bahnhof gelaufen, da irgendwie kaum Busse von den 7 verschiedenen Linien von unserem Hotel zum ein Kilometer entfernten Bahnhof fuhren. dort haben wir im Kombini unser Frühstück geholt, da wir keine Zeit verschwenden wollten, weil wir nur einen Zwischenstop in Himeji machen wollten, um dann weiter nach Okayama zu unserem nächsten Hotel zu fahren. Für knapp 400yen war das recht abwechslungsreich und viel.

Himeji stand wegen des Schlosses auf unserem Plan, welches sowohl Nationalschatz als auch Weltkulturerbe ist. Irgendwann werden wir die Stadt allerdings wieder besuchen müssen, da aufgrund des Virus‘ das Schloss nicht offen stand, und man nur den Schlosspark betreten
durfte. Während der Virus uns bislang eher Vorteile brachte, wie weniger Touristen und billigere Unterkünfte, zeigen sich langsam auch die Schattenseiten. Auch das Osaka Schloss, welches ich auf meiner ersten Reise nicht betreten konnte, weil ich knappe 5 Minuten nach Einlass vor dem Eingang stand, ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Unser Plan war, auf dem Weg nach Tokio nochmal kurz in Osaka zu rasten, um das Schloss nachzuholen, da es von Anfang März bis Mitte März geschlossen ist, aber wie wir heute feststellen mussten und leider auch erwartet haben, wurde dies auf unbestimmte Zeit verlängert. 🙁 Himeji selber hatte keinen sehr schönen Eindruck gemacht, allerdings sind wir auch nur die Hauptstrasse entlanggegangen, die direkt vom Bahnhof zum Schloss geführt hat. Auf dem Weg sind wir an ein paar netten Restaurants vorbeigekommen, bei denen wir uns entschieden haben, auf dem Rückweg zu essen, da wir ja gut gefrühstückt haben. Am riesigen Schlosspark angekommen, haben wir sehr zur Freude Miras ein paar Büsche entdeckt, die wohl von Katzen besiedelt waren. Sowohl auf dem Hin- als auch Rückweg haben wir dort 4-5 Katzen entdecken können, wovon ein paar auch zu den Menschen kamen, um sich streicheln zu lassen.

In diesem Park gab es auch einen Zoo, der für 200 Yen über 100 Tiere versprach. Ich halte per se eh nicht viel von Zoos, aber dieses Versprechen hörte sich für mich sehr unrealistisch an. Wir entschieden einen kurzen Abstecher in den Zoo zu machen, da er auch nicht sehr groß aussah. Das gute vorweg: ich habe noch nie Gürteltiere gesehen, und die waren echt süss. Das schlechte: der Zoo hat nicht zu viel versprochen: auf kleinstem Raum waren alle möglichen Arten von Tieren gefangengehalten, ein Kamel, ein Eisbär, Braunbären, Löwen, sogar ein Elefant! Diesen Zoo zu sehen, war einfach nur grausam. Der Platz, den die Tiere hatten war einfach nur unwürdig klein, und man konnte die Verzweiflung den Tieren regelrecht ansehen. Die Japaner schien das jedoch nicht zu stören, eine Gruppe fand das Kamel besonders witzig und hat es auch noch geärgert, im gesamten fanden die Besucher es wohl toll, die leidenden Tiere zu betrachten. Im Hinblick auf den Umgang mit Tieren im Gesamten in Japan ist dies aber auch kein Wunder.

Nachdem wir mit einem richtig schlechten Gefühl und viel zu viel verlorener Zeit den Zoo verlassen hatten, haben wir uns zu dem nahegelegenen Schlosspark begeben. 5 Minuten vor Ende des Einlass sind wir zum Glück gerade noch hineingekommen. Der Vorteil: wir waren fast komplett allein dort, und er war wunderschön. Der Nachteil: der nahegelegene Garten, den wir auch noch sehen wollten hatte danach schon zu. (In Japan schliessen die meisten Sehenswürdigkeiten leider zwischen 4 und 5 Uhr.) Noch ein Grund irgendwann nochmal nach Himeji zu reisen.

Nach einem Tag mit sehr gemischten Gefühlen sind wir die Hauptstraße zurück, um festzustellen, dass sie ganzen Restaurants auch schon zu hatten, was eigentlich nicht üblich ist. So haben wir am Bahnhof einen McDonalds besucht, der auch japanische-eigene Burger hatte. Danach sind wir das zweite Mal an diesem Tag 90 Minuten im Zug gesessen, um nach Okayama zu unserem Hotel zu fahren.